Hartmut Emrich

Autor und Herausgeber


Buch der Woche KW 42-43/2021

Auf dieser Seite stelle ich gelegentlich Auszüge aus einem meiner Bücher als kleine Leseprobe ein. 

Aus: 1+2=12  alle Wege führen nach ... Trier

1 + 0 = 10 ALLE WEGE FÜHREN NACH TRIER

Iniqua numquam regna peretuo manent

 

„Guten Morgen Herr Minister, er wartet bereits in ihrem Büro auf sie! Er ließ sich davon nicht abhalten. Entschuldigen sie …“ „… schon gut Schmied. Sie können ja nichts dafür. Tun sie mir einen Gefallen! Lassen sie mir eine Kanne Kaffee bringen und organisieren sie irgendwo ein paar Stullen, denn ich bin wegen dem da noch nicht mal zum Frühstücken gekommen.“

Dr. Rolf Wittig-Hagen, der Bundesminister des neuen Ministeriums für Innere Sicherheit, hängt seinen Mantel in den schmalen Schrank im Vorzimmer seines provisorischen Büros. Es wird langsam Zeit, dass die Umbaumaßnahmen in seinem zukünftigen Büro abgeschlossen werden, denn eigentlich sollte er schon vor mehr als einem Vierteljahr den Neubau in der Theanolte-Bänisch Straße bezogen haben. Das völlig neue Ministerium für Innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland haust derzeit noch in Räumen in Alt Moabit, die ihnen vom Innenministerium zähneknirschend überlassen worden waren. Zähneknirschend deswegen, weil es natürlich etliche Kompetenzüberschneidungen gibt und einige Bereiche des Bundesministeriums des Innern in sein Resort übertragen wurden. Klar, dass das denen nicht gefällt.... Rolf Wittig-Hagen wendet sich noch einmal seinem Mitarbeiter zu „Schmied, sagen sie bitte den zehn Uhr Termin ab und sorgen sie dafür, dass wir nicht gestört werden!“

Er öffnet die Tür und ist nur wenig überrascht, diesen unangenehmen Menschen auch noch mitten auf seinem Schreibtisch sitzend vorzufinden. Dass der zudem einen dieser stinkenden Zigarillos raucht, gehört genauso zu seinem Auftreten, wie die dreiste Art und Weise, wie er Vorschriften und Regeln zu ignorieren scheint. Die Asche hat er bisher offenbar einfach auf den Boden fallen lassen, was aber nicht weiter tragisch ist, denn das Büro ist ohnehin nur eine Übergangslösung und der Teppichboden sah in der Vergangenheit sicher schon Schlimmeres, als Zigarrenasche. Rolf Wittig-Hagen reißt sich zusammen, holt einmal tief Luft und ruft aus „Alexej Orduvirovitsch! Was für eine Freude, Gospodin General! Wie kommt es, dass ich bei ihnen den Eindruck habe, dass sie seit ihrem letzten Besuch noch jünger aussehen.“

„Komm rein und mach die verdammte Tür zu!“

Der verärgerte Gesichtsausdruck des großen Mannes mit der ausgeprägten Stirnglatze und dem Kinnbart lässt keinen Widerspruch zu und Rolf Wittig-Hagen schließ die Tür hinter sich.

„Dreh den Schlüssel um und setzt dich.“

„Was? Wieso soll ich abschließen? Ich habe Kaffee für uns bestellt, der jeden…“ „Mach jetzt endlich, was ich dir gesagt habe! Ich sage dir jetzt lieber nicht, was du mit deinem Kaffee machen kannst. Setzt dich, bevor ich die Geduld verliere!“

Rolf Wittig-Hagen beeilt sich, hinter den Schreibtisch zu gehen und auf dem Stuhl Platz zu nehmen, den er sich bereits für sein neues Büro hatte besorgen lassen. In die Armlehnen sind die Tasten für verschiedene Anwendungen eingearbeitet, die sich als ganz nützlich erweisen können. So ganz nebenbei, streift er eine Taste, die eine Aufnahmefunktion der internen Abhöreinrichtung aktiviert. Der große Mann, dessen 145 Kilogramm Körpergewicht auf 198 oder 199 Zentimeter Körpergröße verteilt sind, steht vom Schreibtisch auf und die massive acht Zentimeter dicke Teakholzplatte knarrt, als sie sich entspannt. Der General könnte als Mittfünfziger durchgehen, obwohl er deutlich älter ist. Sehr viel älter…

Demonstrativ fasst Georgi Alexej Orduvirov in seine Manteltasche und holt etwas heraus, dass wie ein kleines Smartphone aussieht und auf dem einige Anzeigen in Rot blinken. Er legt das Gerät demonstrativ auf die Schreibtischplatte, wo noch kurz zuvor sein Hintern saß, stützt seine Hände links und rechts davon auf das edle Holz und beugt sich etwas nach vorne in die Richtung des Ministers. Rolf Wittig-Hagen wird rot im Gesicht und ihm treten Schweißperlen auf die Stirn. Mit seiner tiefen und rauen Stimme sagt der General gelassen „Towarischtsch, Towarischtsch, tzt tzt tzt… ihr ehemaligen Stasileute könnt es einfach nicht lassen, oder! Habe ich dir nicht schon einmal gesagt, dass du mich nicht verarschen sollst? Schalte die Aufnahme ab, oder möchtest du morgen Früh auch einen Herzinfarkt in der Dusche erleiden, oder vielleicht am besten einen finalen Orgasmus im Keller der dicken Domina, die du alle 14 Tage in Friedrichshain aufsuchst. Lass jetzt die Kindereien und hör mir gut zu, denn ich werde mich nicht wiederholen!“

Die letzten Sätze spricht der große Mann in fließendem Deutsch ohne jeden erkennbaren Akzent und er klingt, als ob er in der Nähe von Hannover geboren und aufgewachsen wäre. Er wartet einen Moment, bis sich die Anzeigen auf dem Display des Gerätes Grün färben und deutet mit einer Geste zum Fenster.

„Pipin der Kurze hat da draußen etwas angefangen, dass wir nur zum Teil beenden konnten. Dein Parteigenosse hat sich nicht an unsere Vereinbarungen gehalten und seine eigenen Interessen vor unsere gestellt, was mich wiederum nötigt, mich auf meinem Weg nach Dublin in Berlin mit dir unterhalten zu müssen. Mit eurer ganzen Aktion habt ihr nicht nur einen Haufen Staub aufgewirbelt, der am besten liegen geblieben wäre. Ihr habt vor allem gegen das Gleichgewicht verstoßen. Ihr hattet den klaren Auftrag, euch da rauszuhalten und was ist daraus geworden?“

Es ist eine rhetorische Frage, die der große Mann gleich selbst beantwortet.

„Ihr sorgt für Chaos anstatt für Ordnung. Als wir deine Chefin davon überzeugten, dass es für sie und euer Land besser ist, eine Institution wie das Ministerium für Innere Sicherheit zu gründen und zu installieren, verfolgten wir damit nicht das Ziel, dass ihr gleich wieder eine Einrichtung schafft wie diejenige, deren Existenz vor 25 Jahren mit eurem albernen Arbeiter und Bauernstaat abgeschafft wurde. Auch euer Ministerium für Staatssicherheit sollte ursprünglich andere Ziele verfolgen, aber ihr Deutschen schafft es jedes Mal, solch eine Einrichtung für eure Zwecke zu pervertieren und möglicherweise ist es ja auch ein Fehler gewesen, dass du damals deine ersten Erfahrungen auf politischer Ebene beim MFS machen durftest. Also noch einmal für dich zum mitschreiben: Wir wollen Informationen und keinen Bürgerterror! Haben wir uns verstanden Herr Minister! Du sorgst persönlich dafür, dass diese Sache, die jetzt völlig aus dem Ruder zu laufen scheint, sofort beendet wird oder ich sorge dafür, dass das alles hier beendet wird.“

Bei dem letzten Satz macht er eine Bewegung mit seinem rechten Arm, die den ganzen Raum betrifft und mit dem Zeigefinger deutet er schließlich auf den Minister, der wie ein geprügelter Hund schwitzend in dem Sessel sitzt.

„Wir sind ein souveräner Staat, der sich nicht von internationalen Lobbyisten einschüchtern lässt. Deutschland ist…“ „… Deutschland macht, was wir Deutschland sagen, du Wicht. Ich hatte eigentlich gehofft, dass du das inzwischen verstanden hättest!“

Der große Mann richtet sich auf, schaltet das Gerät auf der Tischplatte aus und steckt es wieder in die Innentasche seines Mantels. Er wechselt wieder zu dem stark russischen Akzent und sagt: „Ich verlasse mich darauf, dass ich morgen etwas Positives in den Nachrichten zu hören und zu sehen bekomme, Towarischtsch Minister!“

Ohne eine Antwort abzuwarten, dreht er sich um und verlässt das Büro, in dem der Geruch seines teuren Aftershaves und des ebenso teuren Zigarillos dem Minister noch eine Weile Gesellschaft leisten. Es dauert einen Moment, bis sich Rolf Wittig-Hagen wieder so weit gefangen hat, dass er den Telefonhörer aufnehmen kann.

„Schmied, holen sie mir einmal den Gerber ans Telefon und sorgen sie dafür, dass jeder Schritt, den dieser Russe ab jetzt tut, verfolgt wird. Hören sie? Jeder Schritt. Ich will wissen, wohin der von hier aus geht. Und schicken sie Gerber schon mal vorab das Profil dieses Russen!“

„Jawohl Herr Minister!“

Rolf Wittig-Hagen steht auf und öffnet das Fenster, das eigentlich gar nicht zu öffnen sein sollte. Sein Vorgänger in diesem Büro war starker Raucher gewesen und der hatte sich dieses Fenster extra einbauen lassen. Er atmet die frische Winterluft ein, die zusammen mit ein paar tanzenden Schneeflocken ins Büro strömt und fühlt sich augenblicklich besser. Das war jetzt schon der zweite Besuch dieses impertinenten Menschen in diesem Büro und Rolf Wittig-Hagen ist sich sicher, dass dieser Kerl früher beim KGB gearbeitet haben muss. Er selbst hatte damals als 28-jähriger im Haus 15 in der Normannenstraße gearbeitet. Das war die Zentrale der Hauptverwaltung ‚Aufklärung‘ beim MFS und solche Menschen wie diesen General Orduvirov hatte er damals, in den letzten Monaten der DDR, häufig im Gebäude des MFS in Berlin-Lichtenberg ein- und ausgehen sehen und später hatte er sich zusammengereimt, dass die bei den Ereignissen vom 7. Oktober bis zum 11. November 1989 nicht nur ihre Finger im Spiel gehabt hatten. Das waren damals die Dirigenten gewesen. Wenn Rolf Wittig-Hagen nicht sicher wäre, dass es unmöglich ist, würde er schwören, dass genau dieser General Orduvirov damals auch dabei gewesen war. Und zwar genauso wie er eben in seinem Büro aufgetreten ist. Aber schließlich ist das unmöglich. Der Mann, den er meint in Erinnerung zu haben, war damals auch bereits Mitte 50 und müsste heute demnach fast 80 oder älter sein. Das Telefon gibt einen schrecklichen Dudelton von sich und anhand der Nummer im Display erkennt er, dass es die Poststelle hier im Haus ist, die sich meldet. Konstantin Gerber, ein Relikt aus DDR Tagen …

„Konni, ich brauche dich jetzt sofort. Schmied sollte dir ein paar Bilder und noch ein wenig Kleinkram geschickt haben. Der Kerl um den es geht, sollte jetzt jeden Moment bei euch dort unten aus der Tür vom Aufzug kommen und ich möchte, dass du an dem dranbleibst. Nimm das sichere Handy mit, das ich dir besorgt habe und warte dann auf weitere Anweisungen. Ich sage dir dann, wie du weiter verfahren sollst.“

Er beendet das Gespräch mit dem Wissen, dass Konni seinen Job wie immer gut machen wird. Konstantin ‚Konni‘ Gerber ist einer der letzten professionellen ‚Saubermacher‘ der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik gewesen. Seine Spezialität sind ‚natürliche Todesfälle‘ die nie irgendwie Aktenkundig geworden sind. Nicht so, wie die ganzen Briefbombenanschläge und andere Gewaltakte, die lediglich eine gewisse Abschreckung für diejenigen darstellen sollten, die sich mit dem Gedanken beschäftigten, ihren Staat betrügen und hintergehen zu wollen. Konni Gerber ist definitiv der erfolgreichste der ‚Saubermacher‘ gewesen und kommt auch noch heute gelegentlich zum Einsatz, denn auch wenn sich der Name der Tätigkeit geändert hat und die ‚Wessis‘ überall ihren Stempel aufgedrückt haben, bleiben doch die Strukturen ähnlich und erst recht so manche Notwendigkeit…

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Hoffentlich wird der Rest des Jahres 2015 besser, als es der Januar bisher gewesen ist, denn der Januar war bisher ein beschissener Monat gewesen. Sein vier Jahre jüngerer Bruder Valentin, der vor fast sechs Jahren an Leukämie erkrankt war, starb in der Neujahrsnacht mit 58 Jahren und seine Mutter die bis zuletzt gehofft hatte, dass bei Valentin die letzte Behandlung endlich anschlagen würde, hatte daraufhin offenbar jeden Lebenswillen verloren. Sie war eineinhalb Wochen darauf mit 80 gestorben. Valentin war schon immer der erklärte Liebling von Mathilde Gerber gewesen. Er hatte die Technische Uni in Leipzig in Rekordzeit mit Auszeichnung absolviert und hatte dann anschließend in Moskau im dortigen Kernforschungszentrum promoviert. Er war einer der aufstrebenden Sterne der DDR Forschung gewesen, doch dann kam die Wende und von heute auf morgen war alles umsonst. Niemand hatte mehr Verwendung für seine speziellen Kenntnisse, einmal abgesehen von ein paar internationalen Terrororganisationen, dem Iran, Pakistan und Nordkorea vielleicht noch. Die Leukämie war dann die späte ‚Entlohnung‘ für seine ganzen Auszeichnungen, die Valentin während seiner kurzen Kariere angesammelt hatte. Die letzten 25 Jahre hatte er mit Jobsuche und schließlich als Dozent an einer dritt- oder viertklassigen Fachhochschule in irgendeinem westdeutschen Provinznest verbracht, wo man sich über seine leicht sächsische Sprachfärbung lustig gemacht hatte. Konstantin Gerber achtet trotz seiner Trauer um seinen Bruder akribisch darauf, von dem großen Mann vor ihm nicht bemerkt zu werden. Im Gegensatz zu Valentin, dessen Vater ein russischer Oberstleutnant im Generalstab gewesen war und der Valentin neben seinem stattlichen Erscheinungsbild auch seine charmante und weltmännische Art vererbt hatte, ist Konstantin Gerber so unauffällig, als ob er Harry Potters Umhang tragen würde, der unsichtbar macht. Konstantin Gerber ist 1,77 groß, nicht dick, nicht dünn und jeder, der ihn beschreiben sollte, würde selbst nach fünf Minuten intensivsten Studiums seiner äußeren Erscheinung Schwierigkeiten haben, später eine Beschreibung von ihm abzugeben. Das ist ein großer Posten seines Kapitals. Der andere Posten sind diverse Kenntnisse in asiatischen Kampftechniken und der Humanbiologie. Die vier Jahre Studium waren bei ihm gut angelegt. Seine damalige Laufbahn hatte nach dem Studium ursprünglich in die Richtung Forschung gehen sollen. Er hatte bis 1986 an der Erforschung taktischer Kampfmittel auf der Insel Riems im Greifswalder Bodden gearbeitet und nebenbei ständig seine Kampftechniken verbessert. Er hätte ewig so weitermachen können, doch dann kam die Perestroika Anfang 1986 und die Sowjets entzogen die Forschungsmittel. Und als am 26. April 1986 der Reaktorunfall in Tschernobyl dazu kam, begann für ihn eine neue Zeit. Kritiker, die gegen die Nutzung der Atomenergie auftraten, gab es auch in der DDR und die waren, im Gegensatz zu den Grünen und verschiedener linker Politiker im Westen, nicht von Ostberlin instruiert worden. Tschernobyl fand in der Berichterstattung des DDR Fernsehens und der Bruderstaaten nur am Rande statt und dabei sollte es auch bleiben.…

Mist! Wo geht der Russe denn jetzt hin?

Sie waren vom BMI Alt Moabit zur Spree hinuntergegangen und dann auf die Lessingbrücke zu. Hinter der Lessingbrücke bleibt der Russe kurz stehen, um sich den Schnürsenkel seines rechten Schuhes zu binden und geht, ohne sich nach ihm umzublicken, den Fußweg rechts rauf, der in einer Schleife auf die Lessingbrücke führt. Die dicken, alten Bäume, die an dem Weg stehen, verdecken sogar die kräftige Gestalt des russischen Riesen für einen Moment und dann ist er weg. Einfach so! Konstantin Gerber bleibt einen Moment ratlos und misstrauisch stehen und fasst sich zum einen ein Herz und zum anderen den teleskopierbaren Schlagstock mit der Bleifüllung. Er geht bis zu der Stelle, an der er den Mann aus den Augen verloren hat und bleibt kopfschüttelnd an der Stelle stehen, an der vor wenigen Augenblicken ein fast zwei Meter großer Mann offensichtlich verschwand. Er hört das leise ‚Plopp-Plopp‘ im gleichen Moment, als er die Schläge an das rechte Handgelenk und ans rechte Knie spürt. Ein weiteres Plopp und er fällt nach vorne über. Erst jetzt kommt der Schmerz in den Knien und im Handgelenk. Der Tritt an die linke Schulter bricht ihm das Schlüsselbein und er registriert, bevor er wie eine leichte Stoffpuppe hochgehoben wird, dass etwas in seinen linken Oberarm gestochen wird. Es wird ihm mit einem Mal richtig heiß und er hat das Gefühl, dass sich kochendes Wasser in seinen Adern ausbreitet. Er ist völlig wehrlos und bekommt nur am Rande mit, dass er wie ein kleines Kind nach oben auf die Brücke getragen wird. Er ist kaum in der Lage, sich auf irgendetwas zu konzentrieren. Erst als er eine weitere Spritze bekommt, lichtet sich der Nebel in seinem Gehirn etwas und er sieht das Gesicht des Russen im Abstand von etwa einem halben Meter vor sich. „Ich habe nichts gegen dich persönlich, mein Freund und daher lasse ich dich auch am Leben, aber du solltest dir und mir einen Gefallen tun, und mir nicht noch einmal über den Weg laufen. Ich lasse dich jetzt von dem Arzt hier ins Krankenhaus bringen und der wird sich um die Schussverletzungen kümmern. Doch zuvor habe ich noch eine Bitte an dich. Ich wähle jetzt dieses Arschloch Rolf Wittig-Hagen an und du sagst ihm folgenden Satz: Alea iacta est! Iniqua numquam regna peretuo manent. Hast du das verstanden, mein Freund?“

Konstantin Gerbers Lateinkenntnisse reichen aus, um zu verstehen, dass der Würfel gefallen ist und ungerechte Reiche niemals ewig währen.

Als diese schreckliche Melodie des Telefons den eingehenden Anruf lautstark im Vorzimmer von Minister Wittig-Hagen meldet, ist Herr Schmied in der Teeküche, um dem Minister einen Kamillentee zuzubereiten, denn Minister Wittig-Hagen befindet sich auf der Toilette. Der Besuch von General Orduvirov ist ihm auf den Magen geschlagen und seine Verdauung ist etwas durcheinander. 

 


 

© Hartmut Emrich